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Schmied von Kochel
Festspiele  2005
offizielle Seiten derFestspiele in Kochel a. See

Aus dem  "ministeriell genehmigten Lesebuch
für die Mittelklassen der Volksschulen
des Regierungsbezirkes Oberbayern"   von 1905

Weihnachten 1705
von Franz Bonn

Zu Sendling war’s in der heiligen Nacht,
da fielen der Bauern achthundert.,
bis zum letzen sich wehrend der Übermacht –
und was da die bayrische Treue vollbracht
laut sei es gelobt und bewundert !

Es färbte vom Herzblut sich rot der Schnee;
da war kein Wanken und Weichen.
Sie starben alle in stummem Weh –
zuletzt der Schmied vom Kochelsee –
auf den Gräbern ruhten die Leichen !
Und wenn die Geschichte von Helden spricht,
die herrlichsten Taten zu melden,
vergisst sie sicher auch Sendling nicht.
Von euch doch meldet noch kein Bericht,
ihr Frauen und Mütter der Helden !

Ihr habt sie ermutigt zum heilien Streit;
ihr habt sie geküsst als sie gingen;
ihr gabt bis zur Grenze des Dorfs das Geleit
und eure Liebe war ihnen zur Seit‘,
da die Schatten des Todes sie umsingen.

Wie harrtet daheim ihr die Heilige Nacht
durchwachend in Sorgen und Kummer !
In Tränen habt ihr der Euern gedacht,
indes in der Wiege lagen so sacht
die Kindlein in seligem Schlummer.

O heilige Tränen, o heiliger Schmerz,
die ihr weinet, den ihr empfunden !
Das Opfer, das Frauen- und Mutterherz
dort brachten, erhaben flammt’s himmelwärts,
wie der Helden blutende Wunden.

Alle Rechte bei R. Herden / Gemeinde Kochel a. See  und eigens Benannten            made by Rudi Herden  05.2003