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Der Löwe zu Waakirchen, das Oberländerdenkmal und der Schmied von Kochel
„Das Oberländerdenkmal wurde am 20. August 1905 im Beisein des Protektors des Oberländerdenkmalvereins, Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Ludwig von Bayern, einer großen Anzahl von Ehrengästen und vielen tausend begeisterten Festgästen feierlich enthüllt. Der Reichsrat der Krone Bayerns, Akademiedirektor Ferdinand von Miller, welcher mit Rat und Tat das Unternehmen unterstützte, hat das Modell zum Löwen gespendet. Der Löwe ist vom Kupferplastiker Hygien Keine (gebürtig in Holzkirchen) in München in Kupfer getrieben. Die Reliefs sind entworfen und modelliert von dem Bildhauer Anton Kaindl in München und in Galvanoplastik ausgeführt von der Galvanoplastischen Kunstanstalt Geislingen. Den architektonischen Aufbau hat der königliche Konservator Angermair am Nationalmuseum in München, entworfen und geleitet. Er ist ausgeführt von den Steinmetzmeistern Johann Kirchmaier in Bad Tölz und Joseph Wackersberger in Tegernsee. Das Oberländer-Denkmal erinnert an die Gefallenen der Sendlinger Bauernschlacht am 25. Dezember 1705. Unter den Toten waren auch 34 Waakirchner und der „Schmied von Kochel“.
Noch heute ist der Schmied von Kochel das Symbol für Heimattreue, Einigkeit und Einstehen für bayerische Identität bis zuletzt. Auch in den Wappen der Gauverbände überwiegen die Symbole der Einigkeit und Einigung. Häufig sind Gebirgs- und Volkstracht vereint und Hand in Hand im Wappen zu erkennen. Nicht von ungefähr ist der Leitsatz des früheren Vorsitzenden der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände Hans Seestaller: "Halt's z'amm!" noch heute Leitlinie für die verantwortlichen Funktionäre. Zur Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges ereignete sich die tragische Geschichte des Balthasar Mayr, dem Schmied von Kochel, der in der Mordweihnacht 1705 in Sendling sein Leben für seine Ideale gelassen hat. „Balthasar Mayr, der Schmied von Kochel, auch Schmied-Balthes genannt, - der hervorragende greise Held des Baierischen Oberlandes - ist am 6. Januar 1644 am Chrysamgütl (Hs-Nr.2) in Waakirchen geboren“, so vermeldet ein Lehrer 1734 den späteren Geschlechtern . . Soviel aus der Urkunde zur Grundsteinlegung des Oberländer-Denkmals vom 3.6.1905 in Waakirchen, welches am 20.8.1905 feierlich enthüllt und im Beisein des Protektors des Oberländer-Denkmalvereins, Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Ludwig von Bayern, vor einer großen Anzahl von Ehrengästen und vielen tausend begeisterten Festgästen eingeweiht wurde. An Weihnachten 1705 zogen die Oberländer gegen die Hauptstadt München, um die österreichischen Besatzer zu vertreiben. Schlechte Organisation, behelfsmäßige Ausrüstung und Verrat waren eine verheerende Ausgangslage gegen die gut organisierten österreichischen Besatzungstruppen. Die ganze Aktion sollte tragisch enden; etwa 2.000 Oberländer wurden von den Österreichern regelrecht abgeschlachtet. Daher ist dieser Tag als ‚Mordweihnacht‘ in die Geschichte eingegangen.
Als letzter soll am Kirchhof von Sendling der Schmied von Kochel, mit der bayerischen Rautenfahne in der Hand, gefallen sein. Eine eigens mit geschmiedeten Spitzen versehene Keule war seine Waffe. Ihm wird der vielzitierte Ausspruch “lieber bayerisch sterben, als kaiserlich verderben” zugeschrieben.
Was für die Schweizer Wilhelm Tell und für die Tiroler Andreas Hofer, das ist für Bayern der Schmied von Kochel: ein Symbol für Heimatliebe und Heimattreue. Im Jahr 1905 wurde ihm in Waakirchen ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt.
Rudi Herden (Quellen: Waakirchen, Hs.d.Bayer. Geschichte u.a.)
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